Spirituelle Dimensionen von Leben und Sterben
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An der Schwelle des Lebens

Meditation für Sterbebegleiter

Möge diese Erfahrung ein Erbe von innerer Weite hinterlassen. Mögen wir aus grösserer Tiefe mitfühlende Einsichten in die Wege entdecken , wie wir die Transformation des Sterbens unterstützen können.

Mögen wir uns gegenseitig am Sterbebett mit weniger Angst
und mehr Klarheit begegnen.

Abschied nehmen

Möge es uns in staunender Anerkennung unseres wertvollsten Geschenks zurücklassen- dem Geschenk unserer Aufmerksamkeit. Es ist ein Geschenk für uns, denn ihre weise und erfahrene Anwendung ist unsere Reise nach Hause, unser Schlüssel zurück ins Zentrum. Und unsere Aufmerksamkeit ist ein Geschenk für andere- tatsächlich das machtvollste und vielleicht am wenigsten genutzte Geschenk, das wir einander in unserem Leben und Sterben geben können. Mögen wir unsere lieben Menschen in unserer Gegenwart sicher wiegen im Loslassen dieser Dimension von Formen, Gedanken und Beziehungen.

Sterben ist eine Zeit, um einem lieben Menschen zu helfen, am Leben zu bleiben, und eine Zeit, einem geliebten Menschen beim Sterben zu helfen.

Mögen wir vor allem lernen, zwischen der „Zeit einer Krankheit“ und der „Zeit des Sterbens“ zu unterscheiden, und angemessen zu handeln.

Mögen wir unsere geliebten Menschen wissen lassen, wenn es angebracht ist, daß es für uns in Ordnung ist, daß sie aufhören zu kämpfen, daß es in Ordnung ist, sich dem Tod und dem tiefen Übergang zuzuwenden, der vor ihnen liegt.

Mögen wir unsere geliebten Menschen wissen lassen, daß sie völlig auf ihre einzigartige Weise sterben können, nicht nach unseren Vorstellungen, und mögen wir diesem Prozess vertrauen.
Wenn es an der Zeit ist, einem lieben Menschen zu helfen, dem Tod ins Gesicht zu sehen, mögen wir ihn/sie nicht von ihrem Sterberecht ablenken, vom natürlichen Prozess der Erleuchtung, vom Sterben in Gnade.

Mögen wir der Versuchung widerstehen, im Namen unserer Sorge Heldentaten vollbringen zu wollen, die offensichtlich sinnlosen medizinischen Eingriffe.
Im Buddhismus gibt es das machtvolle Bild des Schwertes von Mitgefühl. Es kann leicht mit einem „Idioten-Mitgefühl“ verwechselt werden, das sich um das Unwesentliche im anderen sorgt. Oder es mag richtig angewandt werden für wirkliches Mitgefühl, das sich nur um das kümmert, was wirklich wesentlich ist.

Mögen wir wirkliches Mitgefühl erfahren und dem Sterbenden erlauben, seine / ihre Aufmerksamkeit dorthin zu lenken, wohin es die natürliche Ordnung des Universums richten würde- auf das Zentrum des Bewusstseins. Mögen wir selbst „aus dem Weg gehen“, und nicht einfach „irgendetwas tun“, sondern „da sein“.
Jeder Sterbende zieht sich von der Welt zurück. Lasst uns ihnen erlauben, das zu tun. Die Ablenkungen haben jetzt keine Faszination oder Bedeutung mehr. Was bleibt, ist viel essentieller. Mögen wir der Aufmerksamkeit erlauben, ganz natürlich zu dem zu gehen, was wirklich ist. Lass uns ihnen helfen, alles loszulassen, das sie am Festhalten des Körpers bindet. Es ist für jeden von uns schwer, zu gehen.

Wir haben in diesen Zeilen einige der besonderen Umstände angeschaut, die eine Bewegung in grössere Tiefe erlauben: Stille, Rückzug und Einfachheit, um nur einige zu nennen.


Lass uns unsere geliebten Menschen nicht aus unserer eigenen Angst heraus von diesen Dingen ablenken. Sie werden natürlicherweise nach Innen und ins Jenseits gezogen, sie hören ganz natürlich den Ruf, mit dem Grund ihres Wesens zu verschmelzen.

Lass uns die Umgebung und die Situation erschaffen, die die Bewegung durch die Transformation des Sterbens unterstützen. Lass uns das Ohr sein, das ohne Beurteilung und mit tiefem Mitgefühl allem zuhört, was die Stimme des geliebten Menschen in der Phase des Chaos zu sagen hat.

Lass uns der ruhige, stille Punkt des Azeptierens sein , wenn auf das persönliche Leben zurückgeschaut und es anerkannt und losgelassen wird. Die Liebe wird bleiben, hab keine Angst. In Wirklichkeit wird die Liebe jenseits des persönlichen Selbst stärker, freier, reiner, tiefer. Geh mit deinen Liebsten dorthin.
Lass uns der stille und verstehende Gefährte in der wortlosen Zeit der Hingabe sein.
Sitz und atme mit deinem geliebten Menschen, und lass Eure Rhythmen eins werden. Sitz und meditiere mit deinem geliebten Menschen, und lass Eure Vision eins werden. Sitz und bete mit deinem geliebten Menschen, und lass Eure tiefsten Sehnsüchte eins werden.
Lass uns teilhaben an der Transzendenz deines geliebten Menschen, weit über den letzten Atem und selbst ein gebrochenes Herz hinaus: der Eingang an der Schwelle des Lebens in das friedliche strahlende Zentrum des Bewusstseins.

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