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Fragen und Antworten über Leben, Sterben und spirituelles Wachstum

F: Verlässt die Seele den Körper , wenn man stirbt?
Wohin geht sie ?

A: Diese ganze Denkweise - dass da etwas zurückbleibt und etwas verschwindet - ist irreführend. Der grobe Körper, den wir kennen, ist nur ein Saatkorn, eine äußere Schale. Es gibt auch feinere Körper, sie hüllen die Seele weiter ein, selbst wenn sie den Körper verlässt. Diese Körper sind ebenfalls Teil von dir. Der Körper, der jetzt mit mir ist, ist Teil des Universums, aber weil wir unser Selbst für das unsrige halten, entsteht das Problem: wo hört mein Körper auf? Wenn du tief in diese Frage hineingehst, erkennst du, dass das ganze Universum Teil von dir ist, Teil von deinem Körper.

Wenn zum Beispiel die Sonne in diesem Augenblick erlöscht, kann dein Körper nicht weiter existieren. Er könnte nicht ohne den Ozean leben, er könnte nicht ohne die Atmosphäre leben. Dein Körper ist nur ein Teil, ein sich ständig verändernder Teil des Universums. Wenn die Sonne aufgeht, geht in dir etwas auf. Wenn die Sonne untergeht, geht in dir etwas unter. Wenn der Mond am Himmel steht bist du ein anderer, wenn er verschwindet, bist du wieder ein anderer. Dein Körper steht in einer ständigen dynamischen Wechselbeziehung zum Ganzen. Wo du auch bist, gleich in welchem Zustand - bist du in einem Körper. Für jeden Körper, den das Universum dir wegnimmt, gibt es dir einen anderen - außer du wirst bewusst zum ganzen Universum: jetzt brauchst du keinen Körper mehr, denn das Universum selbst hat keinen Körper. Alles Einzelne braucht notwendigerweise einen Körper.

Aber wo hört dein Körper auf, und wo fängt er an? Das ist ein Problem, ein vieldimensionales Problem. Dein Körper hätte ohne den Körper deines Vaters nicht existieren können. Dein Körper ist Glied einer langen Kette, einer ewigen Kette. Dein Körper existiert in den Bäumen, im Meer, in allem. Er ist ein Kosmos im Kleinen, verknüpft mit jedem Element des Ganzen. Unsere Sprache ist sehr grob und begrenzt. Wenn wir sagen, dass "die Seele den Körper verlässt", führt das daher zu einer falschen Vorstellung.

Die Seele geht in den Körper des Universums ein, aber das Universum gibt ihr ständig einen neuen Körper. Mit dem Körper, den du zurückgelassen hast, bist du immer noch in Verbindung - weil das Ganze mit dir verknüpft ist. Du schwimmst im Meer: ein Stück Meer hast du schon hinter dich gebracht, indem du bis hierher geschwommen bist, aber der Teil, den du hinter dir gelassen hast, gehört nach wie vor zum Meer, in dem du jetzt schwimmst. Das Meer ist eins, und du schwimmst darin so wie der Fisch, der aus dem Meer geboren wird und sich im Meer auflösen wird. Ein Fisch ist nichts weiter als das Meer selbst, ein Stück kondensiertes Meer, das sich bald wieder im Meer auflösen wird.


Unsere Vorstellung vom "Ins-Leben-Treten" und "Aus-dem-Leben-Scheiden" ist primitiv. Du kannst aus diesem Universum nicht ausscheiden. Und wohin du auch gehst das Universum ist für dich wie ein Körper. Dein Körper ist nicht nur dein Körper. Er ist eine große Gemeinschaft von vielen Seelen. "Du" bist nur eine davon. Jede Körperzelle hat eine Seele, und jeder Körper hat siebzig Millionen lebendige Seelenzellen. Eine lebendige Zelle in dir ist sich deiner nicht bewusst.
Dein Körper ist eine Menge von vielen, vielen Seelen, die alle in einer Riesenstadt wohnen, und du bist von all diesen Seelen nur eine. Jeder Teil von dir ist eine eigenständige Seele, die ohne dich leben und wachsen kann, die ohne dich lieben und sich vermehren kann; du bist dazu nicht nötig.

Wenn du den Körper also verlassen hast, ist der Körper nach wie vor etwas Lebendiges. Die zentrale Seele ist zwar fort, aber es gibt viele Millionen Zellen, die immer noch in diesem Körper leben und sich schließlich zu einem menschlichen Wesen - genau wie du - entwickeln können. Es ist also eine komplexe Sache.
Aber eines ist gewiss: nichts ist tot; wir gehören zum Ozean des Lebens, wir sind Lebendigkeit. Das erscheint uns unvorstellbar, weil wir das Universum immer nur von einem bestimmten Blickpunkt aus sehen. Dieser Blickpunkt verzerrt alles.
Wenn sich dieser Blickpunkt auflöst - wenn es kein Ego mehr gibt, mit dessen Augen du alles siehst - dann lässt sich nicht mehr sagen, dass du, wenn du stirbst, "irgendwo hingehst". Du warst, du wirst weiter sein. Obwohl sich alles auflöst, löst sich in Wirklichkeit nichts auf. Nichts endet.

Aber das ist erst zu erkennen, wenn es kein Ego gibt, das sagen kann: "Das bin ich."
Wir halten uns für den Nabel der Welt, ganz so, wie die gesamte Menschheit früher glaubte, die Erde sei der Mittelpunkt des Alls. Aber sogar die Wissenschaft hat bewiesen, dass es nicht so ist. Der Trugschluss, dass die Sonne sich um die Erde drehe, ist genau der gleiche Trugschluss, der uns über uns selbst täuscht. Es sieht so einleuchtend aus, sogar heute noch, obwohl wir doch wissen, dass es nicht stimmt:
Für das bloße Auge scheint sich die Sonne um die Erde zu drehen!
Das gleiche spielt sich auch tief in uns ab. Spirituell sind wir genauso erdgebunden, ego-gebunden: Alles scheint sich um das Ich zu drehen. Es ist ein Trugschluss. In Wirklichkeit kreist du im Universum. Du bist Teil von ihm; etwas anderes kannst du nicht sein. Was auch immer du vom egozentrischen Blickpunkt aus denkst - es stimmt nicht. Für mich bedeutet "richtig" und "falsch" etwas anderes.

Für mich ist alles, was davon ausgeht, dass das Ich der Mittelpunkt sei, falsch; und alles, was das Nicht-Ich zur Mitte hat, richtig. Und solange du nicht mit dem All eins wirst, solange sich dein Ego nicht auflöst, siehst du die Dinge nicht richtig.
 

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