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Die Reise durch meine Heilung von Krebs

Liebe macht uns wirklich - von Rajyo

Es geschah erst durch meine Reise mit einer Krebserkrankung, dass ich durch eine Initiationspassage ging, die mich “wirklich” machte. Sie nahm mir alles völlig fort. Und, zurückblickend, gab sie mir alles, was ich heute bin. Sie brachte meine wahres bloßes Wesen zum Vorschein.

Die Erfahrung begann 2000, als ich entdeckte, dass ich einen großen Tumor in meiner Brust hatte, und ging 5 Jahre weiter. Sie ist die wirklich tiefste und demuterzeugenste Erfahrung meines bisherigen Lebens gewesen. Alles was ich kannte, all meine arroganten Ideen, Überzeugungen und Konzepte wurden mir genommen, mein ganzes Selbstbildnis und Identitäten zerstört, die ganze Substanz meines Verstandes/ Ego/ Persönlichkeit waren fort. Es ließ mir nichts zum Festhalten übrig; ich stand mitten im Unbekannten.

Es ist schwer, so zu tun, als sei man irgend jemand, wenn du keine Haare hast, oder wenn du deine Gedärme auskotzt, oder die toxischen Chemikalien ausscheidest, mit denen dein Körper gefüllt ist. Hier wurde mein spiritueller Pfad ganz nackt, sehr roh, ganz unmittelbar. Es zeigte mir, was wesentlich und wichtig ist, und half mir auch, das loszulassen, was unnötig und unwirklich in mir ist. Ich konnte nur mit dem sein, was gerade geschah, und es alles zulassen.

Das Mitgefühl, das in mir und um mich herum als Ergebnis davon entstand, war unglaublich. In dieser Zeit ging ich auch noch durch eine plötzliche und unerwartete Menopause, die alles verbrannte, was ich bis dahin von mir selbst als Frau gekannt hatte. Die Intensität überraschte mich. Ich war wütend, und ich trauerte, und jeder um mich herum wusste es. Es war schwer zu glauben, dass ich für alle dieses und trotz all diesem geliebt werden konnte.

In jenen Momenten, in denen ich zwischen Leben und Tod schwebte, war eine Bewusstheit in mir, so rein und unberührt. Ich sah die Kostbarkeit des Lebens, und das Wunder und Erstaunen selbst der gewöhnlichsten täglichen Momente, die die meisten von uns- und selbst ich jetzt noch- oft vergessen.

Was ich von der Erfahrung mitnahm ist dies: dass ich eine Verantwortung trage, mir selbst zuzuhören und mir selbst treu zu sein, ganz gleich was geschieht. Ich habe meine co-abhängigen Tendenzen losgelassen und vertraue auf meine innere Führung. Ich habe gelernt, an mich selbst zu denken, mir selbst zu geben, und mein eigenen Bedürfnisse vor denen anderer anzuerkennen. Die Bedeutung dessen, still zu sein und mir Zeit und Raum für mich selbst zu geben, wurde mir wirklich klar.

Es war eine schwere Initiationspassage für jemanden, die sich für ihr Selbstwertgefühl und Selbstwert immer so von anderen abhängig gefühlt hat. Ich sehe jetzt, dass ich nur dann, wenn ich mir selbst treu bin, auch wirklich für andere auf authentische Weise da sein kann. Ich habe gelernt, dass ich, je wirklicher, ehrlicher und gegenwärtiger ich mit meinen eigenen Erfahrungen sein kann, mich umso erfüllter und genährter fühle, und mich wirklich mit anderen verbunden fühlen kann.
Ich brauche niemand anderes zu sein als genau so, wie ich bin.

Meine einfache menschliche Verletzlichkeit ist genug. Diese Verletzlichkeit ist es, was uns verbindet und für einander da sein lässt , und Mitgefühl und Heilung genau in unseren menschlichen Herzen erweckt.

Etwas, das mit mir geblieben ist, ist die Liebe von Freunden und Familie, die bei mir waren in den dunkelsten und hoffnungslosesten Momenten. Diese Freunde haben mir eine essentielle Wahrheit widergespiegelt: Nur Liebe verbindet uns und macht uns `wirklich´. Liebe ist es, die Babys am Leben hält und Blumen blühen lässt; sie ist es, die dieses Universum zusammenhält; sie ist es, was mir geholfen hat, von der Tür des Todes zurückzukehren, und sie ist es, was mir jeden Tag Leben und Unterstützung gibt. Sie ist es, was mich `wirklich´ macht.

Ich versuche, mein Leben jetzt mit der Bewusstheit zu leben, dass Liebe die wesentliche Tatsache ist; ohne sie sind wir nichts. Die Liebe von Freunden und Familie, die mich auf so vielfältige Weise während der letzten Jahre unterstützt hat; die Liebe Gottes, die mich mit einer neuen Gelegenheit beschenkt hat, hier auf der Erde zu leben; die Liebe meines geliebten Meisters, dessen Stille zu dem tiefsten, süßesten Platz in meinem Herzen singt, und die Liebe meines eigenen Wesens. Dieses Wesen sagt ein einfaches, stilles „Danke“, wenn jeden Tag die Morgendämmerung heraufzieht, weil ich so gesegnet bin, hier zu sein.

Es ist beinah sechs Monate her, dass ich als „krebsfrei“ bezeichnet wurde. Jetzt nehme ich nichts mehr für selbstverständlich. Ich segne jeden Tag und jeden Moment , den ich habe, selbst wenn da manchmal Furcht und Frustration sind. Ich sehe diesen Körper mit Mitgefühl an- mit nur einer Brust und älter- und ich bin jetzt etwas weiser und demütiger. Es ist alles Teil dieser gesegneten Existenz. Ich möchte für die Schönheit erwachen, die hier ist. Ich bin so froh, dass die Reise mit Krebs zu Ende ist, und ich bin dankbar für alles, was es mir gegeben hat. Sie hat mich „wirklich“ werden lassen.

Rajyo  Markman

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Rajyo
ist ein wunderbarer Mensch und eine Freundin auf dem Weg, die über ihre Erfahrung der Heilung von Krebs und die darauf folgenden Erkenntnisse über
ihr Leben schreibt.