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Täglich sterben, um zu leben

Es ist ein grosser Segen, wenn wir den Mut in uns finden, uns der Tatsache unserer Vergänglichkeit zu stellen, über unseren Tod und den unvermeidbaren Abschied von den Menschen, die wir lieben, zu meditieren und mit diesen Einsichten zu leben, anstatt vor ihnen fortzulaufen. Das ist der Beginn einer wahren menschlichen Intelligenz.

Es bedeutet, dass wir uns täglich die Frage stellen: Wie kann ich heute, an diesem Tag meines kostbaren Lebens, der der einzige ist, an dem wirklich bewusstes Leben geschehen kann, sterben lernen, d.h. tiefer in das Geschenk des wirklichen Lebens eintauchen?

Genau das ist es, was wir von Sterbenden lernen können: Sie erkennen in der Intensität der Auflösung alles bisher Bekannten das Mysterium der Gegenwart.
Wie kann ich heute mein Leben etwas schöner, lebendiger, wahrhaftiger sein lassen, wie kann ich heute mein Ego sterben lassen, die unbewusste machtvolle Überzeugung, dass ich vom Ganzen getrennt bin, die Ursache meines ganzen Leidens?

 

Dieses ist die wirkliche Vorbereitung auf unseren Übergang des Todes:  täglich zu sterben.

Diese Vorbereitung wird uns helfen, ohne Angst und Bedauern loszulassen, wenn unsere Zeit kommt, im Sterben in den Urgrund des Seins zurückzukehren, aus dem wir gekommen sind, und den wir an der Oberfläche unseres Lebens fast die ganze Zeit vergessen haben, und nach dem wir uns doch so sehr gesehnt haben, wenn wir uns Liebe, Frieden, Erfüllung wünschten.

Die Frage ist also: wie kann ich heute, in diesem Leben, das ich führe, etwas Altes in mir sterben lassen, so dass mehr Leben, mehr Liebe, mehr Frieden, mehr Bewusstheit geschehen kann?
Was ist dieses Alte, von dem ich spreche? Es ist das, was wir den Widerstand gegen das Leben nennen, unsere Bequemlichkeit, unsere Angst vor dem Leben, unsere Verschlafenheit und Ich-Bezogenheit, vielleicht auch unsere Verlangen, unsere Träume über die Zukunft, in der wir endlich intensiver am Leben teilnehmen werden.

Vielleicht sind es alte Gewohnheiten, die uns in einer falschen Sicherheit wiegen, oder unser Widerstand dagegen, etwas von uns zu geben, sei es unseren Besitz oder unsere Anteilnahme am Leben des anderen; vielleicht ist es der Widerstand, und die dahinterliegende Angst, uns den Menschen, die wir lieben, ehrlich zu zeigen in unserer Verletzlichkeit oder unseren Wünschen,
Vielleicht ist es die Gleichgültigkeit unserer Gesundheit gegenüber, oder unsere Selbstablehnung, die sterben muss, damit wir wirklich mit Freude und Lebendigkeit am Leben teilnehmen können.
Vielleicht ist es die ehrliche Antwort auf die Frage: was will ich wirklich vom Leben, wohin gebe ich meine Energie, meine kostbare Zeit? Ist es das, was ich mir im tiefsten Herzen wirklich wünsche als Ausdruck meines Lebens?

Vielleicht ist es unsere Bereitschaft, die Kontrolle über unser Leben und unser angepasstes unbewusstes Verhalten loszulassen, und authentisch und lebendig in der ewigen Gegenwart zu leben, und nicht nur in der abgestorbenen Traumwelt von Sorgen über die Zukunft, oder der Scheinwelt des täglichen gesellschaftlichen Unterhaltungsprogramms und gesellschaftlichen Erfolges. All diese Dinge lassen uns abgestorben zurück in einer Traumwelt, abgeschnitten von der lebendigen Realität, wenn sie den Inhalt und die Form unseres tägliches Leben bestimmen.

Täglich zu sterben bedeutet, sowohl der äusseren als auch der inneren Lebendigkeit Raum und Zeit in unserem Leben zu geben. Was ist es, das dir mehr wirkliche Erfüllung und Lebensfreude gibt: Zeit für Liebe, Intimität, kreativer Ausdruck, Stille, Meditation, körperliche Bewegung, in der Natur sein, das Abenteuer des Lebens, .. wie lang ist deine persönliche Liste der Dinge, die du bereits erkannt hast, aber bisher zu träge oder ängstlich oder ignorant warst, sie wirklich in dein Leben zu bringen?

Beantworte dir ehrlich diese Frage, und du hast den ersten Schritt gemacht. Dann wirst du dir im Prozess deines Sterbens nicht sagen müssen: ich habe immer darauf gewartet , mein Leben zu leben, habe zu viele Kompromisse gemacht, ich habe immer nur an andere gedacht, oder nur an meine Sicherheit, an meine Position, an Geld oder Macht. Ich habe alles nur für mich gemacht, ich habe mich nie gefragt: was ist der Sinn meines Lebens, was gibt mir tiefe Freude?

Ich habe zu oft an der Seite von Menschen gesessen, die mir in der Verletzlichkeit ihres Sterbens sagten, wie sehr sie es zutiefst bedauerten, nicht wirklich an der Schönheit des Lebens teilgenommen zu haben, nicht wirklich tief geliebt und dafür alles unwesentliche geopfert zu haben.

Diese Erkenntnisse sind zutiefst schmerzhaft, wenn sie unweigerlich kurz vor dem Tod aufsteigen. Dieses ist der Horror eines unbewussten Lebens, der uns in Isolation und Verzweiflung schmerzhaft und ohnmächtig am Leben festhalten lässt, in dem wir uns als Opfer des grimmigen Räubers fühlen. In solch einem Sterben haben wir keine Chance, bewusst den Übergang in unser körperloses Bewussstein zu erleben, denn die Angst und Wut über den Verlust des körperlichen Daseins sind so stark und seelisch schmerzhaft, dass wir in den Zustand der Unbewusstheit verfallen. Dann ist unser Tod nicht der Höhepunkt eines erfüllten Lebens, sondern die grösste Tragödie.

Täglich zu sterben bedeutet, diesen Erkenntnissen, die in unserer ehrlichen Selbsterforschung dann auftauchen, einen Raum in unserem Leben zu geben, sie in kleinen oder grossen Schritten umzusetzen.

Darin begegnen wir vielleicht täglich unseren Ängsten- genau wie im Sterben. Gefordert wird unsere Bereitschaft, uns den Ängsten zu stellen, unserer Trägheit, unsere eigenen unbewussten Denk- und Verhaltensmuster direkt anzuschauen, und uns zu entscheiden, ob wir ihnen weiterhin die Macht geben wollen, unser tägliches Leben zu überschatten.
Das bedeutet es letztendlich, einen bewussten Lebensweg zu gehen- bewusste Entscheidungen zu treffen, uns dem Alten, dem Toten, dem Verschlafenen in uns zu stellen, uns in den Wind, den Regen und den Sonnenschein des Lebens zu stellen und darin völlig lebendig zu werden.

Natürlich werden unsere Schritte manchmal nur klein sein können, denn unsere Kapazität, im Leben zu sterben, müssen viele erst entwickeln. Jeder bewusste "kleine Tod" im Leben wird unser Leben intensiver, ehrlicher und damit erfüllter machen. In jedem "kleinen Tod des Ego" berühren wir die essentiellen Qualitäten von Mut, Entschlusskraft, und Wachheit in uns. Das macht unser Leben sinnvoller und wird uns öffnen für andere Qualitäten von Mitgefühl, Liebe, Kreativität, Hingabe, Vertrauen.
Auf diese Weise lernen wir, als abgetrenntes unglückliches Ego zu sterben.


Und diese Bereitschaft, täglich zu sterben, wird uns im Prozess des Sterbens helfen, tief loszulassen, und uns selbst umarmen in dem Bewusstsein: Ja, ich habe wirklich gelebt, ich habe etwas von mir gegeben, ich habe geliebt, ich habe etwas von meiner Essenz, meiner Individualität, gelebt, ich habe im Sturm und in der Sonne des Lebens gestanden, ich verlasse dieses Leben etwas schöner, als ich es vorgefunden habe.


Nach und nach werde ich hier verschiedene Wege aufzeigen, wie wir im täglichen Leben sterben und bewusster damit umgehen können.

Ich freue mich über Briefe und Emails zu diesem Thema von unseren Lesern, persönliche Fragen und Berichte über dein eigenes tägliches Sterben, sowohl als Weg, dein Leben bewusster und sinnvoller zu leben, als auch als Weg, dich bewusst auf deinen physischen Tod und den Übergang in die körperlose Dimension vorzubereiten.














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