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Bewusstsein & Heilung

Frieden finden mit dem Leiden in dieser Welt

Wir richten hier unser Bewusstsein zurück auf seine Tiefe, in die Tiefe unseres Seins. In unserem tiefsten Wesen  ist alles, wonach wir suchen, alle Aspekte unserer wahren Natur.  Bewusstheit muss nicht erst gefunden werden,  es ist immer bereits anwesend.

Die Frage ist: Wie passe ich in diese Welt ohne jeden Frieden, mit all dem Leiden der Menschen und den Problemen, denen wir uns gegenübersehen? Die Hälfte aller Gelder dieser Welt werden für militärische Zwecke ausgegeben, und damit geschieht noch  mehr Armut, Gewalt, Hunger, Leiden, Ungerechtigkeit. Wie finde ich Frieden in dieser Welt?

A: Ich denke, sehr viele Menschen spüren Angst, Schmerz und auch Ärger über den Zustand dieser Welt.  Fragen zu diesem Thema tauchen oft auf. Frieden zu erfahren ist ein Wunsch so vieler Menschen, denn es ist ein Aspekt unserer wahren Natur. Unsere Gedanken kommen oft mit Gründen, warum wir nicht in Frieden sein können mit dem, was ist. Ohne den Zustand der Welt verneinen zu wollen, ohne die Anwesenheit von Ignoranz, Hass, Gewalt, Gier, Gleichgültigkeit, Leiden, Krieg, Hunger, verneinen zu wollen, ist es sicher auch wichtig zu sehen, was unser Verstand mit diesen Informationen macht, mit all dem, was wir im Fernsehen sehen oder in der Zeitung lesen. Es ist das, was unser Verstand mit diesen Informationen macht, was uns von jeglichem Gefühl von Frieden abhält.

Oft denken wir, dass der Grund, warum wir nicht in Frieden oder offen sein können, äußere Umstände sind. Der Verstand sagt:  ich kann nicht in Frieden sein, sieh die Welt an, sieh das furchtbare Leiden, vielleicht sogar das Leiden von Menschen, die dir nahe sind, oder vielleicht sogar dein eigenes Leiden, wie kann ich es wagen, in Frieden zu sein, bei all diesen Katastrophen, wie so viele Menschen es sehen. 

Und doch  ist es so wichtig zu sehen, dass nicht in Frieden zu sein nichts Hilfreiches zu der Welt um uns herum beisteuern wird.
Aus Aufregung, Furcht, Ärger, Aufgebrachtsein, aus Widerstand zu handeln – nichts von all dem  hilft irgendjemandem. Diese negativen Gemütszustände, die der Verstand erschafft aufgrund dessen, was er sieht, erfährt, sind auf eine Weise auch eine der Katastrophen der menschlichen Welt. Selbst wenn wir uns umschauen  und vielleicht auch Mitgefühl fühlen, Liebe, ein tiefes Aufsteigen einer Berufung, eine tiefe Reaktion,  die sich engagiert und doch hilfreich ist, und mitfühlend, und nicht noch mehr Trennung erschafft, kann dies für uns  sehr schwierig sein, denn unser Verstand ist so daran gewöhnt, eine schwierige Situation zu sehen und daraus Trennung zu erschaffen.  Wir sehen Leiden, wir sehen Ungerechtigkeit, wir sehen so viele der Schwierigkeiten der Welt, und es ist leicht für unser Denken, einen inneren Konflikt zu erzeugen, eine innere Trennung zu erschaffen: wir und sie, die richtigen und die falschen, die Liebevollen und die Hassenden, der Verstand erschafft all dieses. Oder der Verstand sagt: wie kann ich in Frieden sein? Wie kann man denn in Frieden sein, wenn es so viel Leiden gibt, so viele Katastrophen, in dieser Welt? 

Dies sagt etwas über eine große Notwendigkeit aus, etwas, das in unserer Zeit sehr wichtig ist: wirklich tief zu erkennen, wie es unseren Frieden fortnimmt, die Welt so zu sehen.  Und ist das, was den Frieden fortnimmt, das, was uns ängstlich oder ärgerlich macht, oder ist das, was dich ängstlich oder ärgerlich macht, eigentlich das, was dein Verstand daraus macht? Die Weise, wie der Verstand Trennung erschafft, Abwehr gegen Hass, gegen Ignoranz, gegen Gier, gegen Hunger.
Und noch einmal, missverstehe mich nicht. Ich sage nicht, dass wir die Welt mit all den Katastrophen und den Schwierigkeiten, dem Leiden nicht sehen sollten, und all dem, was wir anscheinend als Menschen dazu beitragen… aber es ist auch wichtig, zu sehen, dass es unser Verstand ist, der diese Trennung erschafft. Wie kann ich in dieser Welt leben und in Frieden sein?
Die Antwort ist leicht: geh nicht in die Trennung von allem. Ja, aber wie kann ich nicht in Trennung sein in dieser Welt, die soviel Ärger hat, soviel Unruhe, soviel Gewalt, Leiden, Hass, soviel Macht-Missbrauch , und alles andere? Wie könnte ich in dieser Welt existieren und doch in Frieden sein?
Du musst sehr tief schauen, was ist es, dass diese Aufregung erschafft, diese Angst, den Ärger, oder diese Bestürzung? Ist es tatsächlich das, was geschieht, oder ist es die Weise, wie dein Verstand das interpretiert, was geschieht. Und glaubst du, dass es tatsächlich jemandem hilft, wütend oder ängstlich oder irritiert zu sein? Ist das dein mitfühlender Beitrag zur Menschheit?

Auch wenn es verständlich ist, warum die Menschen so bestürzt sind über den Zustand der Welt-  ich verstehe die Wut, die Angst, wenn wir uns umschauen und die Korruption, den Hass und alles andere sehen, die leicht in ein überwältigendes Gefühl von Verärgerung und Hilflosigkeit übergehen können. Dieses Gefühl, von all der Verärgerung  überwältigt zu sein, wird buchstäblich von all dem erzeugt, was dein Verstand  mit dem macht, was er sieht. In anderen Worten, es ist eine Geschichte, die du dir erzählst. Wenn du dir eine schreckliche alptraumhafte Geschichte erzählst, dann hast du alptraumhafte Erfahrungen. Ich sage nicht, dass du dir stattdessen eine gute Geschichte erzählen solltest,  das Unangenehme übertünchen solltest, und dir eine schöne spirituelle Geschichte erzählen solltest.  Es geht nicht darum, von einer Geschichte zu einer anderen zu wechseln, sondern darum, die Dinge so wahrzunehmen, wie sie sind. Können wir selbst die Ungerechtigkeiten des Lebens sehen, ohne unsere Geschichte über Ungerechtigkeiten?

Und was geschieht in uns, wenn wir damit aufhören, in uns selbst geteilt zu sein gegen die Welt, wenn wir aufhören, nein, nein, nein, zu sagen? Dies kann nicht sein, dass kann nicht sein, du solltest nicht so sein, sie sollten anders sein. Ich sehe es so, dass die Menschen oft  Angst haben, ihre negative Beziehung zu den Konflikten der Welt aufzugeben

Sie denken auf beinah unbewusste Weise: wenn ich meinen Widerstand gegen all das loslasse, werde ich mich einfach zurücklehnen und nichts mehr tun. Viele Leute fragen mich in Reaktion auf diese Aussage “ Du meinst, ich sollte dann gar nichts mehr tun, die ganze Welt so sein lassen, wie sie ist, und nicht mehr daran teilnehmen?“ Natürlich ist das überhaupt nicht das, was ich sagen will. Was ich hier sagen will, kann sehr subtil sein, und es ist nicht entweder- oder. Das ist es nicht, worum es geht. Zuerst müssen wir sehen, dass die Weise, wie wir die Welt empfinden, nicht von der Welt erschaffen wird, nicht von dem, was da draußen vor sich geht, sondern von dem, was wir uns darüber sagen. Und was wir uns über die Welt sagen, ist niemals so, wie es wirklich ist.  Die Geschichte, die wir über irgendetwas erzählen, ist niemals so wirklich wie die Sache an sich. Die Geschichten, die du dir selbst erzählen kannst über Hunger, Ungerechtigkeit, Machtmissbrauch,  sind nicht wirklicher als die Sache selbst.

Ja, es gibt große Ungerechtigkeit, großen Macht- Missbrauch, großes Leiden und Schmerz, aber können wir uns wirklich genügend öffnen, um all das so in uns aufzunehmen , wie es ist?

Einfach so, wie es ist, ohne Widerstand, ohne in Trennung zu gehen. Nur wenn wir das tun können, können wir eine wirkliche Antwort finden;  es geht nicht darum, dein Gefühl von Frieden mit der Welt zu haben, nur um ein Gefühl von Frieden zu haben. Ich spreche nicht über etwas, dass auch nur im Geringsten persönlich ist. Es geht nicht darum, dass du Frieden mit dem haben kannst, was passiert. Das ist auf eine Weise zufällig, ob du damit Frieden finden kannst oder nicht. Aber wenn wir wirklich ungeteilt sind, egal was wir sehen, wenn unser Verstand uns nicht länger von der Geschichte überzeugen kann,  die ein Gefühl des Geteiltseins erschafft, dann  werden wir natürlicherweise nicht nur an einem Gefühl des Friedens festhalten, denn das wäre in sich selbst eine Teilung, die sich in einem Kokon innerer Erfahrung zu verstecken versucht. Aber wenn wir wirklich zu diesem ungeteilten Zustand kommen, dann können wir eine kreative Antwort finden, unsere eigene einzigartige Antwort auf Situationen überall um uns herum, dann sind wir jemand, der bewusst, kreativ  und mitfühlend etwas zu dem beiträgt, was du als das Gute erkennst. Und ich nutze das Wort „gut“ als etwas, das jenseits von Gut oder Böse ist. Wir haben keine Worte, die etwas beinhalten, das jenseits unserer dualistischen Sprache ist. Aber es ist das Gute jenseits von „Gut“. So können wir eine natürliche Kraft für Herzensgüte sein. Manchmal wollen Leute, dass  ich anderen sagen soll, was sie tun sollten, als Unterstützung für verschiedene Angelegenheiten. Ich glaube nicht, dass man den Menschen sagen sollte, was sie tun sollten. Man sagt Ihnen sowieso schon überall, was sie tun sollen. Jeder hat seine Vorstellungen,  seine Ideen darüber, was andere tun sollten.

Ich bin daran interessiert, in jedem Wesen das aufzuwecken, was wirklich ist, ganz und vollständig. Denn ich weiß, dass nur dadurch eine wirklich kreative und wirklich mitfühlende Antwort, ein Engagement  geschehen kann.  
Das ist der Raum, aus dem heraus es geschieht. Ansonsten verleihen wir nur unserer Angst Ausdruck, unserem  Ärger über das, was geschieht.   Aber  das wird letztendlich nichts lösen. Ich sage  nicht, dass man sich nicht engagieren sollte, es gibt kein „sollte“ oder „sollte nicht“. In jedem Ereignis, das wir sehen, über das wir lesen, werden wir so etwas  Schönes und etwas Schreckliches  erkennen können.

Wenn wir anfangen können, dies zu sehen, zu erkennen, ohne die Verzerrungen des Verstandes, ohne dem zu glauben, was das Denken uns sagt, dann können wir mit jedem Moment in Verbindung sein, so wie er wirklich ist, mit der Wirklichkeit jedes Moments, und von da kommt eine wirkliche Antwort;  ja, ein Gefühl von Frieden geht damit einher; es gibt ein Gefühl von Frieden, das nichts zerstören kann, und das nichts wegnehmen kann, aber das ist rein zufällig. Ich spreche über das Nicht-Geteilt- Sein, als einen Weg, um Frieden zu erfahren.   

Viel interessanter ist das, was aus diesem Frieden, diesem Gefühl des Nicht-Geteilt-Seins entsteht: in diesem ungeteilten Zustand steigt ein mitfühlender Weg auf, auf dem dieses Nicht-Geteilt-Sein sich in unserem Leben bewegt und danach sucht, sich selbst darin auszudrücken.

Und dann ist es sehr kraftvoll und umfassend in dem, was es bewirken kann. Und das ist, glaube ich, viel wichtiger, als Leuten zu sagen, was sie tun sollen. Wer bin ich, irgendjemandem zu sagen, was sie tun sollen, einfach weil ich eine Form habe, um meine Ideen auszusprechen? Daran bin ich nicht interessiert. Ich bin am Ausdruck jedes Wesens aus ihrem ungeteilten einzigartigen Bewusstsein heraus interessiert. Niemandem muss gesagt werden, was sie tun sollen, wie sie auf die Welt antworten sollen.

Aber wir sollten auch sehen, dass es nicht darum geht, uns von der Welt abzuwenden, die Welt um uns herum in ein spirituelles Licht zu tauchen, uns nicht in eine schöne spirituelle Freiheit und Sicherheit  zurückzuziehen, sondern tatsächlich zu unserer wahren ungeteilten Sichtweise  zurückzukehren.
Und einer der am meisten möglichen verfügbaren Wege, uns dem anzunähern, und eine der Notwendigkeiten dazu, ist es, damit aufzuhören, dem zu glauben, wie der konditionierte Verstand Erfahrungen verpackt, denn was passiert , ist , dass alle diese auf uns eindringenden Informationen, in unsere Augen, unsere Ohren, in all unsere Sinne, all dieses interpretiert und bezieht der Verstand aufeinander, und sagt uns, was wir darüber denken sollten, so wie er es interpretiert. Normalerweise ist das, was wir wahrnehmen, nicht wirklich das, was wirklich geschieht, sondern die Interpretation in unseren Gedanken von dem, was ist. Und diese Interpretation ist absolut konditioniert.

Zuerst müssen wir also sehen, dass unsere Interpretationen unserer Erfahrungen , die unser Verstand erschafft, konditioniert sind. Es sind unsere Interpretationen, die zu unserem Leiden an der Welt führen, zu der Angst, denn  letztendlich sind alle Grausamkeiten ein Ausdruck von Angst, von Schmerz; alles Streben nach Macht, nach Dominanz, steigen aus der der Vermeidung der existenziellen Angst auf, aus der Vermeidung, sie zu fühlen. Und wenn wir also eine wahre Antwort finden wollen, die wirklich kreativ ist, die  wirklich eine innere Kraft hat, nicht  nur einige neue Ideen und Überzeugungen, sondern etwas, das eine wirkliche Vision in sich trägt, dann müssen wir den Ort in uns finden, der ungeteilt ist. Wir müssen unsere ursprüngliche Vision wiederfinden, unsere ursprüngliche Weise zu sehen. Das ist es, worüber ich spreche.

Auf mehr einfache, praktische Weise kannst du jedes Ereignis anschauen, und sehen: was mache ich damit? Werde ich Frieden wählen, werde ich Ärger wählen, oder Abwehr- ich kann den Frieden wählen, genau hier und jetzt. Im  Angesicht jeder Tatsache kann ich Frieden wählen, oder etwas anderes. Was wird dein Beitrag zum Leben sein? Und selbst wenn es Frieden ist, verwechsle Frieden nicht mit Inaktivität, denn es lässt dich vielleicht große Aktivität und Engagement entwickeln. Manchmal  wird es uns mehr Engagement entwickeln lassen, als wir uns wünschen, wenn wir Frieden wählen. Aber erkenne, dass du Frieden wählen kannst- dass du nicht Angst, Ärger oder negative Emotionen  wählen musst. Denn wenn du das tust, wirst du auch das Problem. Ich spreche also über einen Weg, zuerst vom Inneren her zu antworten, so dass unsere Reaktion nicht nur ein weiteres Problem wird, ein Ausdruck von Ärger, Furcht, usw., sondern unsere Reaktion ein Ausdruck von Nicht-Geteilt-Sein wird, von ungeteiltem Bewusstsein.

Und dann sind wir aufgerufen, dies auf jede Weise auszudrücken, die wir möchten, zu der wir uns berufen fühlen.
Es gibt keinen „richtigen“ Ausdruck, es gibt keinen  „richtigen“ Weg, in der Welt zu sein.  Aber es gibt immer die Möglichkeit, von einem ungeteilten Platz aus zu handeln, von einem Platz von Frieden aus zu handeln, so dass unsere Handlungen ein Ausdruck von Frieden sind, anstatt von Angst, Ärger oder Trennung.

Das ist das wesentliche von all dem: zu sehen, dass du Frieden wählen kannst, genau Hier und Jetzt.


Du kannst die ganze Welt, so wie sie ist, als gut oder als schlecht ansehen, und du kannst Frieden wählen.  Und Frieden ist dann kein Ort, hinter dem du dich verstecken kannst, und sagst, es gibt nichts zu tun, dieser Frieden ist dann der Boden, von dem aus du dich engagieren und deine Lebensenergie ausdrücken kannst, wie du dein Wesen auf eine positive Weise ausdrückst.
 

Atisha´s Meditation, Transformation durch Mitgefühl
( Tonglen),  ist eine wunderbare und sehr effektive Methode, über unsere gedanklichen Interpretationen und Geschichten der äußeren Ereignisse in der Welt  hinauszugehen in den Raum des Herzens, das nicht abwehrt oder bewertet, sondern auf einfache und  natürliche Weise seine Liebe und inneren Frieden in die Welt sendet.

2 CD Set 2001      Transformation und Mitgefühl   120 min     28.-


Audio-Download: Frieden finden mit dem Leiden dieser Welt


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